Registrars Deutschland e.V.

Seit über 30 Jahren arbeiten Registrars in deutschen Museen, Galerien und Sammlungen. Das Berufsbild war ebenso wie die Bezeichnung „Registrar“ in Deutschland und in den anderen europäischen Ländern vorher vollkommen unbekannt. Die Bezeichnung „Registrar“ stammt aus den Anfangsjahren der 1960er Jahre, als es im angelsächsischen Raum in erster Linie darum ging, den Besitz von Museen, Galerien und Privatsammlungen zu „registrieren“ und zu dokumentieren.

Der Registrar koordiniert eigenverantwortlich an zentraler Stelle Ausstellungen und Sammlungen. Seine Tätigkeit umfasst die Bearbeitung des gesamten Leihverkehrs in Museen, Sammlungen, Archiven, Galerien, Bibliotheken und anderen öffentlichen und privaten Kulturinstitutionen. Ein Registrar handelt als Bindeglied zwischen Leitung und Fachpersonal bei der Koordination aller exponatrelevanten Vorgänge.

Die Betreuung musealer Sammlungen, die fachgerechte Erfassung und Einlagerung sowie das Handling der Exponate zählt ebenso zu seinen Aufgaben. Er ist verantwortlich für die technisch optimale Ausarbeitung und Umsetzung von Workflows und Maßnahmen, die sich auf Betreuung und Pflege der hochwertigen Sammlungen von Kulturinstitutionen beziehen. Dabei obliegt ihm die Beachtung und Einhaltung finanzieller und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Die vielfältigen Aufgaben bedingen eine enge Kooperation mit anderen Arbeitsbereichen der jeweiligen Institution wie Kuratoren, Restaurierung, Ausstellungsgestaltern, Sammlungsverwaltung, Technik, Buchhaltung, Sicherheit, Verwaltung, Presse und Marketing. Er garantiert den vollumfänglichen Informationsfluss und koordiniert Termine mit internen und externen Partnern. Der Registrar korrespondiert und verhandelt mit Leihgebern, Versicherungen und Spediteuren auf nationaler und internationaler Ebene. Mit den international zunehmenden Ausstellungsaktivitäten erweiterte sich das Aufgabenspektrum mehr und mehr.  

In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Registrars in Deutschland vervielfacht. In vielen Museen, Ausstellungshäusern, Galerien und Sammlungen wurden Stellen für Registrars eingerichtet.

Im Januar 2004 gründete sich der Verein Registrars Deutschland e.V. Ausschlaggebend für die Vereinsgründung war nicht zu letzt der Auftrag des „European Registrars Comittee“, die „4. European Registrars Conference“ in Deutschland auszurichten. Die Organisation dieser Konferenz, die schließlich im Kunstmuseum Wolfsburg stattfand, machte einen offiziellen Träger erforderlich. Entscheidend für die Gründung des Vereins war jedoch eine Plattform für das Netzwerk der Registrars in Deutschland zu schaffen, um den fachlichen Austausch und Raum für Diskussionen zu fördern. Mittlerweile hat der Verein mehr als 140 ordentliche Mitglieder und 33 Fördermitglieder und ist auch im europäischen Netzwerk des „European Registrars Comittee“ fest verankert.

Die jährliche Mitgliederversammlung, regelmäßig stattfindende Workshops und Fortbildungen sowie der fortwährende Austausch untereinander bündeln die Aktivitäten des Registrars Deutschland e.V.